Folge #93

Warum Pferde „Problemverhalten“ zeigen – eine evidenzbasierte Perspektive

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Shownotes

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Was, wenn Pferde gar kein Problemverhalten zeigen?

Was, wenn das, was wir als Konflikt- oder Fehlverhalten bezeichnen, in Wahrheit normales Verhalten in einer unnormalen Umwelt ist?

In dieser Folge spricht Celina Skogan, Trainerin, Osteopathin und Gründerin von Equidemia, über die Frage, wie unsere Vorstellung von „normalem“ Pferdeverhalten durch systemische Bedingungen geprägt ist, die aus biologischer Sicht oft alles andere als normal sind.

Basierend auf Welfare-Forschung, Traumaperspektiven und persönlichen Beobachtungen nach dem Umzug nach Norwegen hinterfragt diese Episode die Gleichsetzung von Angepasstheit mit Wohlbefinden.

Wissenschaftlicher Hintergrund & Evidenz Die Forschung zeigt seit Jahren konsistent: Unauffälliges Verhalten ist kein verlässlicher Indikator für Wohlbefinden. Insbesondere Studien der Arbeitsgruppe um Martine Hausberger belegen, dass Pferde in restriktiven Haltungs- und Nutzungssystemen häufiger:

  • reduzierte Verhaltensvielfalt
  • Passivität
  • depressive-ähnliche Zustände zeigen – und dennoch im Alltag oft als „brav“ oder „pflegeleicht“ gelten.

Diese Erkenntnisse decken sich mit der Traumaforschung beim Menschen, in der Verhalten als adaptive Überlebensstrategie verstanden wird – nicht als Fehlfunktion.

Zitierte Studien

Hausberger, M., Lesimple, C., & Henry, S. (2021) Detecting welfare in a non-verbal species: Social and cultural biases and difficulties in horse welfare assessment. Animals, 11(8), 2249 https://www.mdpi.com/2076-2615/11/8/2249

Hausberger, M., Roche, H., Henry, S., & Visser, E. K. (2008) A review of the human–horse relationship. Applied Animal Behaviour Science, 109(1), 1–24 https://doi.org/10.1016/j.applanim.2007.04.015

Hall, C., Goodwin, D., Heleski, C., Randle, H., & Waran, N. (2008) Is there evidence of learned helplessness in horses? Journal of Applied Animal Welfare Science, 11(3), 249–266 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18569222/

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